Agatha von Catania

Namenstage: Agatha

Funktion: Heilige, Märtyrerin, Kanonheilige

Gedenktag: 5. Februar

Patronat: Catania (Sizilien), Malta; der Ammen, Hirtinnen, Weber, Bergarbeiter, Glockengießer, Goldschmiede, Hungerleidenden; gegen Brustkrankheiten, Fieber, Unglück, Unwetter, Feuer, Viehseuchen, Erdbeben, Ausbruch des Ätna

Die Legende schildert Agatha als eine um 225 in Catania oder Palermo geborene schöne Sizilianerin aus vornehmem und reichem Elternhaus, die den Brautantrag des römischen Statthalters Quintianus mit der Begründung ablehnte, dass sie Christin sei und sich niemals einem Heiden hingeben würde. Den Erlass von Kaiser Decius (249–51) zur Christenverfolgung nutzend, steckte sie der Zurückgewiesene in ein Bordell, um ihren Stolz zu brechen. Nachdem sie aber nach einem Monat noch immer unberührt war und auch ihrem Glauben nach wie vor nicht entsagen wollte, ließ er sie in Catania foltern. Man schnitt ihr die Brüste ab und folterte sie mit glühenden Kohlen und Glasscherben. Da jedoch das Volk ein nächtliches Erdbeben, das viele Häuser zerstörte, mit der Folterung des Mädchens in Verbindung brachte, weshalb man einen Aufstand befürchten musste, wurde auf weitere Martern verzichtet. Dennoch starb Agatha an den Folgen der Misshandlungen und wurde in Catania begraben. Ihre Gebeine wurden im Jahre 1040 nach Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) überführt, 1126 aber wieder nach Catania zurückgebracht. Dort liegen die Reliquien heute in der Chorkapelle des Duomo San Agata in einem kostbaren Schrein aus dem 16. Jahrhundert. Der Dom bewahrt auch den Schleier der Heiligen, den die Einwohner der Stadt mehrmals – erstmals im Jahr nach Agathas Tod – dem glühenden Lavastrom des ausgebrochenen Ätna entgegengehalten haben und ihn so stoppten. Der sehr früh entstandene Kult um die Heilige Agatha verbreitete sich rasch über ganz Italien und Österreich bis hinauf nach Köln. Bereits Papst Symmachus (498–514) ließ der Heiligen in Rom eine Kirche errichten, und seit dem 6. Jahrhundert wird ihr Name im Messkanon, dem Hochgebet, genannt. Auch heute noch sorgen vielerorts geweihte »Agathen-Brote« für gesundes Vieh, und »Agathen-Kerzen« schützen vor Feuer. Agatha ist auch Schutzheilige von Malta, das sie 1551 vor der Eroberung durch die Osmanen bewahrt haben soll.

Darstellung: in langem Gewand oder halb nackt

Attribute: Schere oder Zange, Brüste (auf Schale oder in Händen tragend), Kohlenbecken oder Scheiterhaufen, Palmzweig (Martyrium); Kerze oder Fackel; Einhorn (als Zeichen ihrer Jungfräulichkeit)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010