Zu Pferde zur Segnung bei der Kapelle

15.05.2026 | Erzbischof Burger zelebriert Hochamt beim Gangolfsfest in Neudenau mit Pferdeprozession

Freiburg/Neudenau. Erzbischof Stephan Burger feiert am Sonntag (17. Mai) beim Patrozinium die heilige Messe in Neudenau. Vor dem Gottesdienst wird er gegen 10.30 Uhr die Pferde segnen, die an der Prozession, dem traditionellen Gangolfsritt, teilnehmen. Die katholische Kirchengemeinde St. Laurentius, die Stadt Neudenau und die Neudenauer Vereine laden zu dem Festtag ein. Die Aufstellung der Reiter auf dem Marktplatz ist um 9 Uhr, der Beginn der Prozession zur Gangolfskapelle ist auf 9.30 Uhr angesetzt. Die Kostüme der Reiter erzählen von der Geschichte Neudenaus. Die Gangolfskapelle kann bis 17 Uhr besichtigt werden.

Zur Geschichte:

Einst war die 1276 erstmals urkundlich bezeugte Gangolfskirche die Pfarrkirche des um 1600 verödeten Ortes Deitingen. Damals verkaufte das Kloster Amorbach die Gangolfskirche an das Ritterstift zu Wimpfen und die Kirche wurde zur unselbständigen Filiale Neudenaus. Das Patrozinium wurde vom Benediktinerkloster Amorbach, das selbst diesen Heiligen als Patron verehrt, verliehen. Gangolf war laut der im 9. oder 10. Jahrhundert aufgezeichneten Lebensbeschreibung ein burgundischer Ritter und Stifter des Klosters von Varennes sur Amance.

Die Benediktinerklöster sorgten für die Verbreitung seiner Verehrung. Nach der Legende transferierte er eine in der Champagne gekaufte Quelle durch ein Wunder nach Varennes. Deswegen gilt er als Brunnenheiliger und Schutzherr von Quellen. Außerdem ist er als Adeliger auch Patron der Reiter, der Pferde und des Hausviehs.

Der Beginn des Aufkommens einer Wallfahrt ist nicht exakt auszumachen, wahrscheinlich ins 14. Jahrhundert anzusetzen. Große Bekanntheit erreichte die Wallfahrt nach dem Dreißigjährigen Krieg. 1808 wurde die Pferdewallfahrt infolge der Säkularisation verboten. 1923 wurde erstmals wieder ein Pferdeumritt veranstaltet, ab den 50er Jahren am 2. Sonntag im Mai. Seit 1936 werden historische Kostüme sowie Fahnen und Standarten auf dem Weg zur Wallfahrtskapelle verwendet, wo die Pferde mit dem Wasser aus der zuvor geweihten Quelle gesegnet werden.
 
(asc)