Kehl/Karlsruhe/Freiburg. Unter dem Motto „Beim Namen nennen“ erinnerten die evangelischen und katholischen Kirchen in Baden-Württemberg am vergangenen Freitag, 19. Juni, in Kehl an die Opfer von Flucht und Vertreibung. Im Mittelpunkt des Gedenkens stand ein temporäres Mahnmal an und in der Friedenskirche. Dabei wurden Namen und Daten von Menschen, die auf der Flucht ums Leben gekommen sind, auf Stoffstreifen geschrieben und aufgehängt, um so ihre Schicksale sichtbar zu machen.
„Wir können die Bedeutung des Weltflüchtlingstags nicht genug hervorheben“, sagte Stephan Burger, Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, während des Rahmenprogramms auf dem Kehler Marktplatz. „Wir gehen immer davon aus, auch aufgrund des Grundgesetzes: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Und dann erleben wir es doch tagtäglich, auch im politischen Diskurs, wie man an dieser Würde kratzt, wie menschliches Leben verfügbar wird, wie über Schicksale hinweggegangen werden kann. Mit dieser Entwicklung können und dürfen wir uns als Christinnen und Christen nicht abfinden.“
Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, sagte: „Wir sind hier, um daran zu erinnern, dass es immer um einzelne Menschen geht, nicht um Zahlen, Flüchtlingswellen oder -ströme. “ Es sei wichtig, dass wir die Grenze zwischen den Menschen, zwischen einzelnen Ländern nicht zu einer Festung werden lassen.
Erzbischof Burger und Landesbischöfin Springhart, die am Ende des Tages gemeinsam mit weiteren Haupt- und Ehrenamtlichen den ökumenischen Gottesdienst in der Friedenskirche gestalteten, nutzten zuvor die Gelegenheit, um auf dem Marktplatz mit Geflüchteten und ehrenamtlich Engagierten ins Gespräch zu kommen. Hier hatten Diakonie, Caritas, die Stadt Kehl sowie private Initiativen und Gruppen Stände aufgebaut, um die Vielfalt der Arbeit zu präsentieren. „Das, was Sie tun, ist nicht selbstverständlich. Das erfordert Mut, Kraft und Einsatz. Es erfordert eine klare Haltung zu den Grundwerten“, dankte Erzbischof Burger den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit und fügte hinzu: „Wir brauchen Ihre Tatkraft und Unterstützung. Die Würde, die uns allen zugesagt ist, macht es uns möglich, füreinander einzustehen.“
Landesbischöfin Springhart ergänzte: „Kirche, Diakonie und Caritas bieten den Raum dafür, die Geschichten von Menschen zu erzählen, ihrer zu gedenken und konkrete Orte der Unterstützung zu schaffen, wo spürbar wird: Wir leben hier miteinander.“
(Ekiba)


























