Freiburg. Die Erzdiözese Freiburg erweitert ihre Social-Media-Aktivitäten und ist nun auch auf „Mastodon“ und „Bluesky“ aktiv. „Instagram“ und „Facebook“ bleiben wichtige Kanäle. In einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Katholischen Akademie und freiburg.social e.V. am 17. Juli soll das Thema diskutiert werden.
Die Erzdiözese Freiburg setzt verstärkt auf digitale Unabhängigkeit und ethische Kommunikation im Netz. Während die Präsenz auf großen Plattformen wie Instagram und Facebook zur Sicherung der Reichweite bestehen bleibt, baut das Erzbistum seine Aktivitäten auf dezentralen, nicht-kommerziellen Netzwerken wie Mastodon und Bluesky konsequent aus. Ziel ist es, den digitalen Dialog nach eigenen christlichen Werten und unabhängig von US-Großkonzernen zu gestalten.
Datenschutz und Souveränität der Nutzenden ist zentral
Trotz stabil hoher Interaktionsraten auf den Meta-Plattformen wächst die Sorge über die dortigen Entwicklungen. „Wir beobachten eine zunehmende Erosion der Diskussionskultur durch Fake News und eine mangelnde Moderation von Hassrede seitens der kommerziellen Anbieter“, erklärt Dr. Michael Hertl, Leiter der Stabsstelle Medienkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. „Für uns ist die Entscheidung für alternative Netzwerke daher eine Frage der digitalen Verantwortung. Wir wollen Räume mitgestalten, in denen Datenschutz und Souveränität der Nutzenden an erster Stelle stehen.“
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Nutzung von Mastodon. Als Teil des sogenannten „Fediverse“ operiert dieser Dienst ohne zentrale Server. Stattdessen basiert er auf einem Verbund unabhängiger Instanzen. Hier behalten Nutzerinnen und Nutzer die volle Kontrolle über ihre Daten, ohne dass diese durch intransparente Algorithmen kommerziell verwertet werden.
„Ein Bekenntnis zu einem freien, offenen und respektvollen Internet“
Parallel dazu hat die Erzdiözese ihre Präsenz auf dem Kurznachrichtendienst Bluesky gefestigt. Anders als die Plattform „X“ (ehemals Twitter) von der sich die Erzdiözese bereits vor geraumer Zeit aufgrund der Zunahme von Desinformation und aggressiven Diskussionen verabschiedet hatte, bietet Bluesky zum einen offenere Standards und zum anderen eine deutlich sachlichere Diskussionskultur.
„Kirche muss dort sein, wo die Menschen sind – das schließt die großen Plattformen aktuell noch ein“, erklärt Dr. Carolin Scheidel, verantwortliche Social Media Managerin der Erzdiözese. „Aber wir dürfen uns nicht von deren Geschäftsmodellen abhängig machen. Unser Engagement im Fediverse ist ein Bekenntnis zu einem freien, offenen und respektvollen Internet.“
Neben den neuen Kanälen bleibt die Erzdiözese Freiburg weiterhin auf LinkedIn und YouTube sowie gezielt auf Instagram und Facebook aktiv, um den Kontakt zur breiten Öffentlichkeit in der gesamten Fläche des Bistums zu halten.
Workshop und Diskussion zum Thema „Fediverse“
Am Freitag, 17.07., von 14 bis 17.30 Uhr laden die Katholische Akademie Freiburg, die Stabsstelle Medienkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Freiburg und freiburg.social e.V. zu Workshop und Diskussion zum Thema „Fediverse“ in die Universität Freiburg, KG I, Hörsaal 1224, ein. Im Zentrum stehen Fragen zu Chancen und Herausforderungen, politischen Rahmenbedingungen sowie zur praktischen Umsetzung rund um Plattformen wie Mastodon oder Peer Tube.
Unter anderem werden Ralf Tauscher (freiburg.social) und Dr. Michael Hertl (Erzdiözese Freiburg) als Experten teilnehmen.
Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter: www.katholische-akademie-freiburg.de.
(pef)









