Die ersten vier Gäste aus Ocongate sind auf dem Flughafen angekommen: Links Karem Farfán Torres, die Direktorin der Sozialorganisation der Jesuiten WAYRA, zuständig u.a. für die Menschenrechts- und Sozialarbeit in Ocongate. Dann Joserra, der vor mehr als drei Jahrzehnten zwei Häuser für Waisenkinder aus Ocongate aufgebaut hat und führt. Links daneben Padre Fabian, der im letzten Jahr mit P. Antonio und zuletzt allein die Partnergemeinde leitet, und links von Matthias Geiser Padre Aníbal, der noch Gemeindepfarrer der Jesuitenkirche in Cusco ist und P. Fabian unterstützt.
Weit nach Mitternacht wurden die Peruaner noch sehr gastfreundlich im Pfarrhaus empfangen und verpflegt, und ebenso auch in den folgenden Tagen, an denen sie hier wohnen konnten.
Im Kindergarten Maria Frieden im Münsterzentrum war bereits für die bevorstehende WM geschmückt und in den einzelnen Gruppen wurden die weitergereisten Gäste sehr fröhlich mit Liedern, einstudierten Präsentationen und vielen Fragen begrüßt. Leiterin Jasmin Mauch führte durch die Einrichtung und erklärte geduldig alles Wissenswerte für die interessierten Besucher.
Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Oscar Hannabach und einem regen Austausch zu den sozialen Aktivitäten des Caritasverbandes Schwarzwald-Baar und WAYRA gab Antonia Berberich als Verantwortliche noch Einblick in die historischen Wurzeln der Caritasarbeit in Villingen und die Arbeit der „Tafel“ im Hause der Caritas.
Peru-Referentin Simone Valenzuela ermöglichte den Gästen nicht nur im Aufzug der Münsterbauhütte zur Plattform des Freiburger Münsterturms zu gelangen, sondern erläuterte danach auch Geschichte, Struktur und aktuelle Themen der Partnerschaft des Erzbistums mit Peru, die ja in diesem Jahr auch auf 40 Jahre zurückblicken kann.
In Freiburg war dann am Freitag auch der fünfte Gast aus Peru dazu gestoßen. Padre Tito (links hinten) konnte noch kurzfristig eingeladen werden, nachdem bekannt wurde, dass er ab September als neuer Pfarrer von San Pablo in Ocongate Padre Fabian ablösen wird. So konnte auch er im Ordinariat gleich mit in die Besonderheiten dieser Partnerschaft eingeführt werden.
Der Abend dieses Freitags klang dann mit dem Perukreis im Garten bei Schuhbauers aus, wo bis in die Dämmerung lauthals lateinamerikanische Lieder mit P. Tito an der Gitarre gesungen wurden und bei leckeren Backerzeugnissen frisch aus dem Holzofen das seltene Zusammentreffen genossen wurde.
Dem ungewohnten Ausblick auf Villingen vom Benediktinerturm und dem besonderen Einblick in Dachstuhl und Gewölbe der Benediktinerkirche folgte der Besuch der „Orgelmusik zur Marktzeit“. Die Gäste genossen Musik und Auszeit in dieser Atmosphäre sehr, wie P. Aníbal nach dem Konzert beseelt erzählte.
Beim Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Partnerschaft konnte Pfarrer Thomas Mitzkus gleich drei Jesuitenpadres aus Peru als Konzelebranten begrüßen - ein historischer Moment für das Münster.
In seiner Predigt über die Aussendung der Apostel, wie bei Mathäus beschrieben, dankte P. Fabian für die 40 Jahre der Treue zu den Menschen in den Bauerngemeinden von Ocongate: „Vielen Dank, dass ihr euch durch die Kraft des heiligen Geistes zu Apostellinnen und Aposteln Christi macht.“ Der spanische Predigttext wurde von Lisa Storz abschnittweise auf Deutsch vorgetragen.
Zur Gabenbereitung im Festgottesdienst wurde symbolisch verschiedene Gegenstände zum Alter gebracht und ihre Bedeutung erklärt. Spanische und deutsche Lieder wurden im Wechsel gesungen und auch eine Fürbitte auf Quechua, der indigenen Sprache in Ocongate, vorgetragen.
Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde in der Aula der St. Ursula-Schulen auf das Jubiläum angestoßen und die peruanischen Gäste berichteten von ihrer Arbeit in Ocongate und beantworten die Fragen der Mitfeiernden.
Den Sonntagsgottesdienst „auf dem Spechtloch“ wurde von der KJG und Josef Fischer sehr liebevoll zum Thema Partnerschaft vorbereitet und durch verschiedene Aktivitäten bereichert. So konnten die Gäste aus Ocongate mit in das Partnerschaftsnetz verknüpft werden.
Ein kleines Stück des Fadens, der alle im Gottesdienst verbunden hatte, konnte jede und jeder als Erinnerung mitnehmen.
Karem übernahm die Rolle der Glücksfee beim Auslosen der Gewinner unter den Sponsoren der Reisekosten für die Gäste. Michael Sarter konnte verschiedenste Preise an große und kleine Gewinner verteilen: von der Alpakawanderung über Klosterführungen bis zu essbarem Alpaka-Konfekt.
Auch ein Besuch in den St. Ursula-Schulen war den Gästen aus Peru wichtig. Ein wichtiger Teil der ideellen und finanziellen Unterstützung wird dort von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern geleistet.
Die Partnerschaft wird an den St. Ursula-Schulen vor allem vom großen Team des Weltladen unter der Leitung von Friederike Auer getragen. Schülerinnen aus dem Team und Heinrich Schidelko stellen hier die Aktivitäten vor und beantworten die Interessierten Fragen der Gäste.
Padre Aníbal zeigt an der Peru-Karte im Schul-Weltladen seinen letzten Einsatzort im Regenwald von Peru. Erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler, dass er mal Lehrer des Häuptlings Dante Sekejam gewesen war, der die Schule im letzten Jahr besucht hatte.
In der Aula der St. Ursula-Schulen wurden die Besucher aus Ocongate begrüßt und vorgestellt.
Sowohl dem Team des Weltladens als auch dem Kollegium von St. Ursula gaben die Gäste aus Peru bereitwillig Auskunft über ihre Arbeit und beantworteten die Fragen.
Viel Spaß machte allen die gemeinsame Kochaktion in der Schulküche, bei der ungeahnte Fähigkeiten und Fertigkeiten der Gäste zu bewundern waren. Die Gemüselasagne schmeckte trotz sprachlicher Hürden sehr gut.
Am letzten Tag ermöglichte der Besuch des Klinikums und der Austausch mit Geschäftsführer Matthais Geiser und Klinikseelsorger Karl-H. Richstein dank bester Übersetzung tiefgehende Diskussionen zu ethischen Fragen rund um die Seelsorge im Krankenhaus und darüber hinaus.