Perukreis der Münsterpfarrei

 
 


 
 
 
 
 
 
Eine sehr bereichernde Verbindung in Gedanken, Gebeten, mit persönlichen Besuchen und kulturellem und sozialem Austausch. Die Münstergemeinde Villingen und die Pfarrgemeinde San Pablo/ Ocongate  pflegen seit 1986 partnerschaftliche Beziehungen.
 
  
Die ersten vier Gäste aus Ocongate sind auf dem Flughafen angekommen: Links Karem Farfán Torres, die Direktorin der Sozialorganisation der Jesuiten WAYRA, zuständig u.a. für die Menschenrechts- und Sozialarbeit in Ocongate. Dann Joserra, der vor mehr als drei Jahrzehnten zwei Häuser für Waisenkinder aus Ocongate aufgebaut hat und führt. Links daneben Padre Fabian, der im letzten Jahr mit P. Antonio und zuletzt allein die Partnergemeinde leitet, und links von Matthias Geiser Padre Aníbal, der noch Gemeindepfarrer der Jesuitenkirche in Cusco ist und P. Fabian unterstützt.
 
Weit nach Mitternacht wurden die Peruaner noch sehr gastfreundlich im Pfarrhaus empfangen und verpflegt, und ebenso auch in den folgenden Tagen, an denen sie hier wohnen konnten.
 
Im Kindergarten Maria Frieden im Münsterzentrum war bereits für die bevorstehende WM geschmückt und in den einzelnen Gruppen wurden die weitergereisten Gäste sehr fröhlich mit Liedern, einstudierten Präsentationen und vielen Fragen begrüßt. Leiterin Jasmin Mauch führte durch die Einrichtung und erklärte geduldig alles Wissenswerte für die interessierten Besucher.
 
Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Oscar Hannabach und einem regen Austausch zu den sozialen Aktivitäten des Caritasverbandes Schwarzwald-Baar und WAYRA gab Antonia Berberich als Verantwortliche noch Einblick in die historischen Wurzeln der Caritasarbeit in Villingen und die Arbeit der „Tafel“ im Hause der Caritas.
 
Peru-Referentin Simone Valenzuela ermöglichte den Gästen nicht nur im Aufzug der Münsterbauhütte zur Plattform des Freiburger Münsterturms zu gelangen, sondern erläuterte danach auch Geschichte, Struktur und aktuelle Themen der Partnerschaft des Erzbistums mit Peru, die ja in diesem Jahr auch auf 40 Jahre zurückblicken kann.
 
In Freiburg war dann am Freitag auch der fünfte Gast aus Peru dazu gestoßen. Padre Tito (links hinten) konnte noch kurzfristig eingeladen werden, nachdem bekannt wurde, dass er ab September als neuer Pfarrer von San Pablo in Ocongate Padre Fabian ablösen wird. So konnte auch er im Ordinariat gleich mit in die Besonderheiten dieser Partnerschaft eingeführt werden.
 
Der Abend dieses Freitags klang dann mit dem Perukreis im Garten bei Schuhbauers aus, wo bis in die Dämmerung lauthals lateinamerikanische Lieder mit P. Tito an der Gitarre gesungen wurden und bei leckeren Backerzeugnissen frisch aus dem Holzofen das seltene Zusammentreffen genossen wurde.
 
Dem ungewohnten Ausblick auf Villingen vom Benediktinerturm und dem besonderen Einblick in Dachstuhl und Gewölbe der Benediktinerkirche folgte der Besuch der „Orgelmusik zur Marktzeit“. Die Gäste genossen Musik und Auszeit in dieser Atmosphäre sehr, wie P. Aníbal nach dem Konzert beseelt erzählte.
 
Beim Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Partnerschaft konnte Pfarrer Thomas Mitzkus gleich drei Jesuitenpadres aus Peru als Konzelebranten begrüßen - ein historischer Moment für das Münster.
 
In seiner Predigt über die Aussendung der Apostel, wie bei Mathäus beschrieben, dankte P. Fabian für die 40 Jahre der Treue zu den Menschen in den Bauerngemeinden von Ocongate: „Vielen Dank, dass ihr euch durch die Kraft des heiligen Geistes zu Apostellinnen und Aposteln Christi macht.“ Der spanische Predigttext wurde von Lisa Storz abschnittweise auf Deutsch vorgetragen.
 
Zur Gabenbereitung im Festgottesdienst wurde symbolisch verschiedene Gegenstände zum Alter gebracht und ihre Bedeutung erklärt. Spanische und deutsche Lieder wurden im Wechsel gesungen und auch eine Fürbitte auf Quechua, der indigenen Sprache in Ocongate, vorgetragen.
 
Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde in der Aula der St. Ursula-Schulen auf das Jubiläum angestoßen und die peruanischen Gäste berichteten von ihrer Arbeit in Ocongate und beantworten die Fragen der Mitfeiernden.
 
Den Sonntagsgottesdienst „auf dem Spechtloch“ wurde von der KJG und Josef Fischer sehr liebevoll zum Thema Partnerschaft vorbereitet und durch verschiedene Aktivitäten bereichert. So konnten die Gäste aus Ocongate mit in das Partnerschaftsnetz verknüpft werden.
 
Ein kleines Stück des Fadens, der alle im Gottesdienst verbunden hatte, konnte jede und jeder als Erinnerung mitnehmen.
 
Karem übernahm die Rolle der Glücksfee beim Auslosen der Gewinner unter den Sponsoren der Reisekosten für die Gäste. Michael Sarter konnte verschiedenste Preise an große und kleine Gewinner verteilen: von der Alpakawanderung über Klosterführungen bis zu essbarem Alpaka-Konfekt.
 
Auch ein Besuch in den St. Ursula-Schulen war den Gästen aus Peru wichtig. Ein wichtiger Teil der ideellen und finanziellen Unterstützung wird dort von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern geleistet.
 
Die Partnerschaft wird an den St. Ursula-Schulen vor allem vom großen Team des Weltladen unter der Leitung von Friederike Auer getragen. Schülerinnen aus dem Team und Heinrich Schidelko stellen hier die Aktivitäten vor und beantworten die Interessierten Fragen der Gäste.
 
Padre Aníbal zeigt an der Peru-Karte im Schul-Weltladen seinen letzten Einsatzort im Regenwald von Peru. Erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler, dass er mal Lehrer des Häuptlings Dante Sekejam gewesen war, der die Schule im letzten Jahr besucht hatte.
 
In der Aula der St. Ursula-Schulen wurden die Besucher aus Ocongate begrüßt und vorgestellt.
 
Sowohl dem Team des Weltladens als auch dem Kollegium von St. Ursula gaben die Gäste aus Peru bereitwillig Auskunft über ihre Arbeit und beantworteten die Fragen.
 
Viel Spaß machte allen die gemeinsame Kochaktion in der Schulküche, bei der ungeahnte Fähigkeiten und Fertigkeiten der Gäste zu bewundern waren. Die Gemüselasagne schmeckte trotz sprachlicher Hürden sehr gut.
 
Am letzten Tag ermöglichte der Besuch des Klinikums und der Austausch mit Geschäftsführer Matthais Geiser und Klinikseelsorger Karl-H. Richstein dank bester Übersetzung tiefgehende Diskussionen zu ethischen Fragen rund um die Seelsorge im Krankenhaus und darüber hinaus.
 

 
  
 
Seit September 2026 ist nun Pater Tito García SJ Pfarrer der Gemeinde San Pablo in Ocongate. 
 
Padre Fabian wechselt in die Leitung der Organisation „Fe y alegria“ nach Lima. Wir danken ihm ganz herzlich für die engagierte Fortführung der Partnerschaft auch nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von P. Antonio, für seine großartige Gastfreundschaft beim Besuch der Villinger Delegation im Mai 2025 und für seinen Besuch zum Jubiläumsjahr 2026 in Villingen. 
In seinem letzten Brief schreibt P. Fabian: „Es war eine Gnade Gottes, eure Heimat, unsere Partnergemeinde, unsere Brüder und Schwestern aus Villingen sowie Pfr. Thomas kennenlernen zu dürfen und natürlich die verschiedenen Momente mit euch zu teilen. Dafür danke ich euch von ganzem Herzen. Eine herzliche Umarmung an jeden einzelnen von euch und vielen Dank, dass ihr für uns und für die Menschen in Ocongate betet. Seid euch sicher, dass auch ich euch in meinen Gebeten im Gedächtnis behalte.“
 
Padre Tito stammt aus der Region San Ignacio in Nordperu und war zuletzt in der Priesterausbildung der Jesuiten in Ecuador tätig. Glücklicherweise durften wir ihn ja schon im Juni im Rahmen des Besuches der Delegation aus Ocongate kennenlernen, wo er bereits angekündigt hat, die Partnerschaft auch weiter mitzutragen und mitzugestalten. So freuen wir uns nicht nur darüber, dass wir gemeinsam dieses Jubiläum feiern konnten, sondern auch, dass der gemeinsame Weg mit unseren Brüdern und Schwestern im Glauben auch nach 40 Jahren noch weitergeht.  
  

 
Der Distrikt Ocongate liegt auf 35500 - 4500 m Höhe in der Provinz Quispicanchi im Andenhochland von Peru. Der Hauptort ist Ocongate mit mehr als 3000 Einwohnern und insgesamt rund 20.000 Einwohnern im gesamten Distrikt Ocongate, die sich auf viele kleine Weiler (Comunidades) mit jeweils wenigen Hundert Einwohnern verteilen. Mit zur Pfarrgemeinde gehört auch der Nachbardistrikt in Richtung Regenwald namens Marcapata. Die Region liegt an der Baumgrenze und in großen Teilen oberhalb der Vegetationsgrenze. Die Äcker sind karg und können in der Regel nur alle sieben Jahre bepflanzt werden und ausschließlich mit Kartoffeln. Das führt auch auf Grund der Armut zu Fehl- und Mangelernährung der indigenen Bevölkerung. Muttersprache der Campesinos ist Quechua und damit sind die Kinder der indigenen Bevölkerung von der auf Spanisch ausgerichteten staatlichen Bildung weitgehend ausgeschlossen.
 
Die Pfarrgemeinde der Provinz Quispicanchi werden von den Jesuitenpadres der Comunidad Urcos betreut. Die Gemeinschaft der Jesuiten tut sehr viel, um die Lebensbedingungen der Campesinos zu verbessern. Dazu gehört die Unterstützung einer besseren, zweisprachigen Schulbildung in verschiedenen Primar- und inzwischen auch Sekundarschulen, ein gesundes Frühstück und Mittagessen in diesen Projektschulen und im Comedor der Pfarrgemeinde für die indigenen Schülerinnen und Schüler der übrigen staatlichen Schulen, Hausaufgabenbetreuung in der Muttersprache, landwirtschaftliche Projekte für eine bessere Ernährung und tragfähige wirtschaftliche Grundlage.
 
 
Joserra  hatte bereits in den 90ern ein Kinderheim für Waisen und traumatisierte oder misshandelte Kinder in Ocongate gegründet. Inzwischen sorgt er in einem zweiten Heim in Cusco dafür, dass sie eine gute kirchliche Sekundarschule besuchen und dort einen so guten Abschluss machen können, dass sie ein staatliches Stipendium erhalten,um studieren oder eine Ausbildung aus eigener Kraft machen zu können.
 
 
Sozialpädagoginnen und Rechtsanwältinnen übernehmen akute und präventive Aufgaben in den Pfarrgemeinden gegen Gewalt und Ausbeutung der indigenen Bevölkerung und besonders der Frauen und Mädchen. Sie betreiben Aufklärung gegen Zwangsprostitution und stehen schwangeren Frauen und jugendlichen Müttern in misslichen Situationen bei.
 
  
Gabriele Erdel
Tel. 07721/1666
Mail gabrieleerdel@web.de  
oder  
perukreis@ocongate.org  
 
  
Die Gruppe trifft sich normalerweise alle 6 Wochen mittwochs um 20 Uhr.
Neue Mitarbeiter/innen sind immer herzlich willkommen. Weitere Informationen unter 07721/1666
  
Wir freuen uns sehr, dass durch die Mithilfe vieler Menschen aus Villingen diese umfassenden Aufgaben bis jetzt bewerkstelligt werden konnten und bitten Sie auch in Zukunft um Ihr Gebet und Ihre finanzielle Unterstützung.
 
Spendenkonto:
Roemisch katholische Kirchengemeinde im Quellenland
BIC: GENODE61OG1
IBAN:  DE62 6649 0000 0038 5024 25
Verwendungszweck:  Spende Ocongate, Str., Hausnr., PLZ
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Nachrichten Caritatives

Am Sonntag, den 20. September 2026 wird im großen Saal der Gemeinde St. Konrad um 12.00 Uhr  in der Trägerschaft der Caritas wieder der „Konradstisch“ angeboten, ein Mittagessen für alle, die gerne in Gemeinschaft essen.
Deutsche Bischofskonferenz erklärt, dass völkischer Nationalismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus nicht mit dem Christentum vereinbar sind und ruft dazu auf, sich für die Menschenwürde aller Menschen einzusetzen und diesen Maßstab bei der Stimmvergabe bei den Wahlen anzulegen. 
ACK beim Nachhaltigkeitstag VS dabei
Kirchen beteiligen sich beim Nachhaltigkeitstag Villingen-Schwenningen am 19.9.26 auf dem Latschariplatz mit einem Info-Stand und feiern einen ökumenischen Gottesdienst zum Thema "Schöpfungsverantwortung" am 27.9.26 um 10 Uhr auf dem Kürbisfest (Muslenplatz). Herzliche Einladung vorbeizukommen.
  

Caritative Veranstaltungen

Do. 17.09.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus
Do. 01.10.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus
Do. 15.10.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus
Do. 29.10.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus
Do. 12.11.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus
Do. 26.11.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus
Do. 03.12.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus
Do. 17.12.2026
12:00 - 14:00
St. Bruder Klaus